Langeoog 2001 - Das letzte Kommando

Der letzte und (bisher) endgültig abschließende Inseltrip. Quasi das Ende einer Ära, der Niedergang einer großen Kultur (Schluchz), denn unsere Langeoogreisen sind vergleichbar mit den Italienzügen deutscher Kaiser und zeigen dieselbe kulturelle Bedeutung. Als Inselstürmer dabei die üblichen Verdächtigen: Schrödie, Andre + Steve K., Wösti, Strumpel, Ted, Sepp T. und Vollo

Noch ein allerletztes Mal also sollten Käpt´n Buddelmann, der Schrecken der Nordsee (Störtebekers inoffizieller Erbe) und seine Mannen das beschauliche Inselparadies Langeoog heimsuchen. Am Freitag vor dem Pfingstfeste versammelten wir uns auf dem Kirchparkplatz. Wösty und Strumpel übernahmen den Fahrdienst und so stand der Abreise fast nichts mehr im Weg. Kommishengst Buddelmann, der noch in seiner Kaserne hockte, wollte von dort aus selbständig zum Hafen fahren. Nur Schrödie fehlte noch, also holten wir ihn persönlich ab. Er gab auch gleich die Parole vor. In der Hand hielt er nämlich einen Karton mit der Aufschrift „Strohtmann Weizenkorn“, aus dem eine Flasche Sambuca herausragte. Sein Kommentar: „Das is meine Kulturtasche.“ Nachdem er noch einen gut gemeinten Rat seiner Mutter mit auf den Weg bekommen hatte („Treibs nicht zu bunt!“), ging´s los. Unsere Fahrer bolzten Tempo und so erreichten wir unser Ziel flott. Unterbrochen wurde die Fahrt nur für einen Zwischenstopp bei Aldi, um uns mit Dosenbier einzudecken. 8 Paletten Karlsquell-Edel-Pils vervollständigten das Equipment, zumal einige von uns schon eine vollständige Palette aus Privatbeständen auf ihr Gepäck verteilt hatten. In Dornumer Siel angekommen, machten wir es uns an der Anlegestelle bequem und leerten die eine oder andere Bierdose. Auch Buddelmann erschien und die Truppe war komplett. Wir waren 8 Mann stark, alles altgediente Langeoog-Veteranen. Nur Kemmchen fehlte, der es aus anderweitigen terminlichen Verpflichtungen nicht einrichten konnte. Selbstverständlich wurden wir, die wir mit Bier in der Hand und vor uns aufgebautem Palettenstapel auf der Mole saßen, von die Uferpromenade abschreitenden Flaneuren und/oder abreisenden Inselgästen mit mehr als nur einem Lächeln bedacht, bisweilen sogar scheel angeblickt. Störte uns aber nicht weiter. Bald schon kam unser bewährter Kapitän R. vorbei und setzte uns über. Zu erwähnen wäre noch, dass wir erstmalig nicht im Zeltlager Langeoog hausten, sondern auf dem Zeltplatz nebenan. Das Ganze funktioniert ähnlich wie im Lager. Man wird durch eine allgemeine Küche verköstigt und hat sich an bestimmte Regelungen zu halten. Nur Zelt bzw. Zelte ist/sind selbst mitzubringen. Durch die vorbildlichen Ex-Gruppenleiter Gregg und Andre, die immer noch gute Beziehungen hatten, konnten wir uns ein Mehrpersonenzelt von den Messdienern leihen. Dazu später mehr. Auf Langeoog erwartete uns ein Pferdegespann, das direkt in Beschlag genommen wurde. Während wir dann gemächlich in Richtung Zeltplatz trabten, oder besser gesagt traben ließen, Bier tranken und lauthals unanständige Lieder grölten, fühlten wir uns schon wieder wie zu Hause. Der Kutscher setzte uns und das Gepäck vorm Zeltplatz ab. Schwer bepackt marschierten wir dann im Triumphzug auf den Platz. Allerdings war keine Menschenseele da, um uns gebührend zu empfangen. Schade eigentlich. Beim Rundblick über die Örtlichkeit stach als erstes die platz eigene Grillhütte ins Auge, so ein kleines gemauertes und im Gartenhäuschenstil eingerichtetes Etablissement. Sofort besetzten wir dieses mitsamt unseren Habseligkeiten. Dann warteten wir erst mal ab. Kurz darauf näherte sich der verantwortliche Lagerkommandant und setzte uns erstmal den Kopf zurecht. Da hier im Lager auch Kinder seien, sollten wir doch bitte nicht so öffentlich unsere Alkoholvorräte zur Schau stellen. Künftig hielten wir uns dran. Zu diesem Zeitpunkt war es noch sonnig und leidlich warm. Im Allgemeinen hatten wir aber an diesem Wochenende das mieseste Wetter in all den Jahren Langeoog. Fast nur Regen, kaum Sonne und kalt war es meistens auch noch. Als hätten wir es geahnt, beschlossen wir, Gepäck und Zelt zunächst mal links liegen zu lassen und zum Strand zu gehen, solange es das Wetter noch zuließ. Alle sprangen in die See, bis auf Wösty und meine Wenigkeit. Wir lagen faul im Sand und überprüften unsere Darmfunktionen. Dazu noch eine kurze Randbemerkung: Restlos alle von uns litten während diesem Wochenende an einer Art von innerer Verwesung, die zu einem häufigen Ausstoß von extrem toxischen Darmwinden führte. Die schon vorhandene Problematik und das daraus resultierende Konfliktpotential wurden noch gesteigert durch die Tatsache, dass wir alle im selben Zelt hausten. Man kann sagen, wir brachten den Begriff „Geruchsbelästigung“ auf ein ganz neues Level. Zurück vom Strand, machten wir uns daran, unser Zelt aufzubauen. Wie gesagt handelte es sich um ein Messdienerzelt, das Gregg und A.K. dem damaligen Pastor von Merzen, Eitch Bi Kay, aus der Tasche geleiert hatten. Nachdem es in Rekordzeit hochgezogen war, richteten wir uns häuslich ein. Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte, verbrachten wir den Rest des Nachmittags wie überhaupt viel Zeit im Zelt. Fast wie im SMEM-Jahr 99. Wir lungerten faul auf unseren Lumas rum, leerten Bierdosen, erzählten uns Witze. Es war die reinste römische Orgie, nur leider ohne Frauen. Schnell sah das Zelt aus wie bei Hempels unterm Sofa und schlimmer. Überall lag Müll herum. Volle und leere Bierdosen durcheinander gewürfelt, über den Boden verstreut. Nicht selten trat jemand auf eine noch ungeöffnete Dose und meinte dann: „Cool, ich könnt noch´n Bier trinken.“ Unterhaltungsutensil Numero Uno war Wöstys Treckerquartett und ein Platz in der Spielrunde sehr begehrt. Nach dem Abendessen (die Verpflegung war in Ordnung) hielten wir uns bis zur Dämmerung im Zelt auf. Da es markerschütternd kalt war und nieselte, kam eine Strandparty nicht in Frage. Doch wohin sonst? Irgendwo in die Dünen? Auch nicht viel besser. Also erinnerten wir uns an die so genannte „Bushütte“, ein kleines Wanderhäuschen, an einem der Wege Richtung Ortschaft gelegen und vom Lager nur einen Katzensprung entfernt. Dort nisteten wir uns ein. Ausgerüstet mit den üblichen Kampfrationen an Dosenbier und Wollbrinkflaschen wurde es ein typischer, inzwischen schon klassischer Langeoogabend. Allerdings kann man sagen, dass wir in puncto Gegröle neue Rekorde aufstellten. Besonders dann, wenn einer oder mehrere einsame Radfahrer an unserer Hütte vorbeituckerten. Nur die Kollegen Strumpel und Sepp hielten sich nicht ganz an das Programm. Sie hatten nämlich einen kleinen Vorrat an Whiskyflaschen dabei und so musste jeden Abend eine jener Pullen mit Sprite gestreckt dran glauben. Da wir Normalsterblichen von der trauten Zweierrunde ausgeschlossen waren, mussten unsere zwei Halbgötter in Weiß (käseweiß, aber erst am nächsten Morgen) auch bald dran glauben und zwar an die Schwerkraft, die sie unaufhaltsam immer weiter Richtung Boden zog. Zu vorgerückter Stunde und nach Verbrauch des für diesen Abend vorgesehenen Quantums an Alkohol, kam der Befehl zum Rückzug. Der nächste Tag war wettertechnisch der absolute Super-GAU. Regen, Regen und noch mehr Regen. Also somit der ideale Tag, sich im Zelt nen lauen Lenz zu machen. Die Langeoolympics blieben dieses Jahr auf nur wenige Disziplinen beschränkt und fanden eher schlecht als recht statt. Nach einigen Lagen Bier und Treckerquartett wurde es bald Mittag und dann Nachmittag. Am frühen Nachmittag klarte es etwas auf und für einen winzigen Moment kam sogar die Sonne durch. Damit wir durch den Mangel an Aktivität nicht völlig einrosten, wurde der Beschluss beschlossen, fußläufig in die Hauptstadt einzurücken. Dort wollten wir uns dann in die Fluten des Langeooger-Indoor-Wellenbades stürzen. Doch kaum waren wir los marschiert, setzte ein starker Nieselregen ein, der sich schnell zu einem sintflutartigen Wolkenbruch ausweitete. Blitzschnell waren wir alle nass bis auf die Knochen. Triefend und fluchend kämpften wir uns weiter voran, da es völlig idiotisch gewesen wäre jetzt umzukehren. Nass waren wir schon und noch nasser konnten wir nicht mehr werden. Kurz vorm Ziel fiel Buddelmann dem Gewaltigen plötzlich auf, dass er gar keine Badehose dabei hatte, der Depp der. Keiner sonst hatte Interesse daran noch mal zurückzulatschen (nicht mal aus Solidarität) und alleine wollte der Käp auch nicht. Doch Nobelschrödie versicherte, er habe zwei Badebuxen mit, von denen er eine unserem Buddelmann leihweise zur Verfügung stellte. Also nichts wie hinein ins Vergnügen. Nur Wösty schloss sich aus, der wollte nicht schwimmen und ging lieber einen heben. Wir anderen hingegen hatten Spaß beim planschen. Nebenbei erwähnt, die Badehose, die Uns-Gregg dem Buddelmann borgte, verdiente den Namen Hose gar nicht. Es handelte sich wohl eher um ein zusammen genähtes Taschentuch. Jeder Stringtanga hat mehr Stoff als dieses so genannte Ding. Gerade das es die Extremitäten bedeckte. Doch unser Käpt´n trug sie mit Würde. Dass er eine von Schrödies drei Unterpinten trug, weiß er bis heute nicht (oder will es nicht wahrhaben). Draußen wehte ne steife Brise. Gegen den Wind kämpften wir uns ins Lager zurück, wo wir feststellen mussten, dass unser Zelt fast weg geweht worden wäre. Zum Glück war der Schaden begrenzt. Nur einer der Gelenkknochen war hin und musste ausgetauscht werden. Wir erledigten das und machten es uns wieder gemütlich. Ich habe bereits von den furchtbaren Blähungen gesprochen, die uns plagten. Am allerschlimmsten aber wütete dieser Darmdämon in Schrödies Heck. Es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass kein Mensch, weder vorher noch nachher jemals so etwas erdulden musste. Keine Müllkippe, kein Abwasserkanal, kein Chemielabor kann solch widerliche Gerüche erzeugen. Obschon er ganz vorne lag, konnte man ihn bis in die hintersten Winkel des Zeltes erschnüffeln. Die Dinger kamen pausenlos und ohne Vorankündigung. Noch dazu völlig lautlos – hinterhältige Schleicher. Furchtbare Sache. Wenn man von draußen ins Zelt kam, konnte man vor lauter Dunst keinen Zentimeter weit sehen. Auch das atmen fiel schwer, zumindestens für Außenstehende. Wir waren ja dran gewöhnt. So schimmelten wir denn vor uns hin, alle paar Minuten erheitert durch Sepps Lieblingswitz. „Was macht ne Schnecke auf dem Rücken einer Schildkröte? Huuuiiii.“ Ein Brüller. Als es endlich dunkel wurde, suchten wir unsere Hütte auf und taten dasselbe wie jeden Abend. Wir versuchten nicht die Weltherrschaft zu erringen, sondern bekämpften nach Merzener Altvätersitte den bösen Dämon Alkohol mit Ruhm. Strumpel u. Sepp nahmen sich erneut eine Flasche Whisky vor. Auch wir anderen kämpften tapfer. Ein neuer Gegner erschien auf dem Schlachtfeld, nämlich Greggs Sambuca. Schnell und ohne viel Federlesens machten wir ihn nieder. Gegen Null Zweihundert war die Schlacht vorbei und der Feind vernichtend geschlagen. Eigene Verluste gab es nicht zu beklagen. Der darauf folgende Sonntag war einer jener Tage, die man sein Leben lang nicht vergisst. Zunächst mal hatten wir erstaunlicherweise Topwetter, die Sonne schien und es war leidlich warm. Ideales Bosselwetter. So fand den auch das traditionelle Langeoogbosseln statt. Wie üblich kullerten wir uns quer über die Insel, vom Lager Richtung Ort, leere Bierdosen in der Landschaft verstreuend. Das war noch vor dem unseligen Dosenpfand. In der City herrschte reger Betrieb an diesem Tag. Die meisten Leute denen wir begegneten, zeigten sich amüsiert durch uns. Nur ein Kutscher, der einige Touristen durch die Gegend chauffierte, wies uns mit harschen Worten zurecht und erklärte unser Tun für illegal. Dennoch brachten wir die Tour zu Ende. Gegen 17 Uhr ging unser Biervorrat zur Neige und die Mägen begannen laut zu knurren. Man teilte sich je nach Laune (Pizza oder Döner oder sonst was) in Gruppen auf und trennte sich. Als Treffpunkt bestimmten wir eine Kneipe, die wir schon häufig mit unserem Besuch beehrt hatten. Sie lag schräg gegenüber vom „Wasserturm“, einem der Wahrzeichen von Langeoog. Nachdem wir unseren im Lager geliehenen Kuddel in einem Hinterhof versteckt hatten, betraten wir das besagte Etablissement und schlugen uns ganz nach hinten in den Laden durch, wo wir direkt bei den WCs unsere Wiedervereinigung feierten. Gegenüber vom Tisch befand sich eine Treppe, die nach oben führte, zu einem Jugendtreff mit Spielautomaten und Billardtisch. Am Fuß der Treppe saß so eine Art Schaufensterpuppe im Piratenoutfit. Kaum hingesetzt, erschien schon der Kellner und fragte, was wir Neuankömmlinge trinken wollten. Von 18 - 19 Uhr war Happy Hour angesagt. Wir schafften es in dieser Stunde eine Alkoholrechnung von weit über 300 DM (die gute alte Deutsche Mark; möge sie in Frieden ruhen) aufzustellen. Ohnehin schon reichlich vorbelastet, befanden wir uns nachher alle in einem sehr unchristlichem Zustand, was wiederum negative Auswirkungen auf unser Benehmen hatte. Jeder der zum Klo wollte, musste an uns vorbei. Wie den meisten Leuten bekannt sein dürfte, ist es ein eher zweifelhaftes Vergnügen für einen halbwegs nüchternen an einer Horde grölender Sauftouristen im Vollrausch vorbeizuschleichen. Im Normalfall ist damit zu rechnen, von den Spritbirnen angepöbelt zu werden. So erging es auch den Gästen dieser Kneipe durch uns. Dabei rühmlichst hervorzuheben ist wieder ein mal kein geringerer als Uns-Schrödie, der an jenem Abend einen der wohl größten Abstürze seiner Karriere erlebte, oder viel mehr nicht erlebte, da er vollkommen ausklinkte und sich später an fast nichts erinnerte. Jedem WC-Gänger rief er etwas nach und zwar auf dem Hin- und Rückweg. Und das war noch lange nicht alles. Er taufte den erwähnten Schaufensterpiraten auf den Namen Karl. Die „Freundschaft“ mit Gregor bekam dem guten Karl überhaupt nicht. Ständig zerrte er an der Puppe herum. Trotz einiger Ermahnungen ließ er sich nicht aufhalten. „Ach was. Das is Karl, mein Kumpel. Ey Karl, alte Felge.“ Er schüttelte dem Piraten die Rechte und mit einem Plopp hatte er auf einmal den kompletten Arm in der Hand. Zugegebenermaßen war es ziemlich witzig und so alberten wir bald alle mit Karl herum, bis das Teil fast völlig auseinander fiel. Die Kneipiers fanden es nicht so witzig und wenn wir nicht so viel Geld in dem Laden gelassen hätten, wären wir sicher raus geschmissen worden. Karl jedenfalls verlor diverse Körperteile, wie eines echten Piraten würdig. Einige Inseljugendliche erschienen und gingen nach oben in den Jugendtreff. Wir folgten und knüpften ein paar Kontakte. Waren wirklich nette Leute. Von ihnen hörten wir auch, dass es irgendwo auf dem Eiland ne echt steile Disco gibt, die Düne 13, wo jede Nacht die Post abgehen soll. – Unser Schönheitswunder Schrödie zog es alsbald nach draußen, wo er eine Hauswand besprenkelte und sich in einen anliegenden Garten übergab. Wösty verlor das Interesse und entschwand Richtung Lager. Er vergaß seine Kippen, die wir natürlich nicht verkommen ließen und ihrer Bestimmung zuführten. Irgendjemand schaffte es nicht, seine Fluppe ordnungsgemäß auszudrücken und die Glut schwelte weiter. Besoffener Trottel der ich war, wollte ich das Feuer aus pusten und verteilte so die Asche auf die drei sich noch auf dem Tisch befindlichen Biergläser. Deren Besitzer waren verständlicherweise recht ungehalten deswegen und brachten dies auch deutlich zur Sprache. Noch heute ziehen sie mich damit auf. Zu Recht, wie ich zugeben muss. Bezahlt hatten wir übrigens schon. Außerdem war beim Versuch Karl wieder zusammen zu bauen ein Meisterwerk der abstrakten Kunst entstanden. Die Runde löste sich langsam auf. Strumpel, Sepp und Steve K. zogen mit Schrödie im Schlepptau los, um die sagenumwobene Düne 13 zu finden. Der kümmerliche Rest, also Ted, Andre und ich, bewegte sich samt Kuddel zum Lager. Wie wir später erfuhren, soll´s in der Düne 13 noch ordentlich rund gegangen sein. Schrödie muss sich irgendwann unbemerkt abgesetzt haben, um dann verzweifelt den Weg zurück zu suchen, so voll, dass er nichts mehr peilte. Der Legende nach hat er sogar im Koma auf irgendeiner Inselstraße gelegen, bis er von einem Rudel Fahrradtouris geweckt wurde. Er selbst kann bis heute seinen Rückweg nicht mehr rekonstruieren, aber vermutlich hat ihn seine Odyssee (besser gesagt sein Trip) kreuz und quer über die Insel geführt. An zig Häusern hat er angeklopft und nach dem Weg gefragt, woran er sich noch dunkel erinnert. Wie er schließlich doch zurück fand ohne zu verrecken, ist uns allen ein Rätsel und wird es auch wohl für immer bleiben. Nur eins ist sicher: Der Kerl hat unglaubliches Schwein gehabt. Wie leicht hätte er ins Meer fallen und ersaufen können. Am Montagmorgen verließ uns Buddelmann, da er am Dienstag Wachdienst hatte, pünktlich früh morgens in seiner Kaserne antreten musste und sich vorher noch mal ordentlich ausschlafen wollte. Als wir beim Mittagessen saßen (der Käp war schon ne Weile weg), kam auf einmal der Lagerchef auf uns zu. „Habt ihr gestern in der Stadt gebosselt?“ Er war von der lokalen Polizeibehörde kontaktiert worden, die sich nach einer Gruppe junger Burschen erkundigt hatte. Offenbar schlug unsere Begegnung beim Bosseln mit dem griesgrämigen Kutschenlenker ziemliche Wellen. Der Mann hatte uns allen Ernstes angezeigt und behauptet, wir hätten mit voller Absicht eine unserer Kugeln hinter seiner Kutsche hergejagt. Dies war eine böswillige Verleumdung und entsprach absolut nicht der Wahrheit. Zum Glück war der Lagerchef ein netter, einsichtiger Kerl und schlug sich auf unsere Seite. Der Polizei hatte er gesagt, in seinem Lager sei diese Gruppe nicht zu finden. - Der Schluss der Geschichte ist schnell erzählt: Rest des Tages SMEMerei, abends Abschlussfeier. Die letzten Biervorräte wurden vernichtet und ein letztes Mal unsere Hütte besucht. Das war´s dann also, endgültig und für immer (?). Am nächsten Tag reisten wir ab. Langsam verschwand die Insel am Horizont, während R. das Festland ansteuerte. Strumpel und Wösty brachten uns dann in Rekordzeit nach Hause. An dieser Stelle ziehe ich den Schlussstrich. Das war´s. Das allerletzte Kapitel der wunderbaren, Preis-verdächtigen, allzeit beliebten und in jeder Hinsicht einzigartigen Langeoog-Chroniken. Der Schlusspunkt der Schlusspunkte und das Ende einer wirklich tollen Zeit, die so leider nie wieder kommt.
Das hier ist er, der Schlusspunkt: .

In diesem Sinne:
Aus!